Führung im Corona-Modus

Homeoffice

Social Distancing zwingt ganze Unternehmen ins Homeoffice. Für die Unternehmen, in denen dies bislang eher die Ausnahme als die Regel war, birgt diese plötzliche Wandlung der Arbeit einige Fallstricke. Wir möchten Sie mit einigen Informationen versorgen, die beim Homeoffice in Corona-Zeiten relevant und hilfreich sind. Nach der Krise bleiben die jetzt dazugewonnen Kompetenzen Ihrem Unternehmen erhalten.


Bislang ermöglichten kleinen und mittleren Unternehmen bis 50 Mitarbeitenden weniger als ein Drittel der das Arbeiten von zu Hause aus. Von den Mitarbeitenden wurde dies knappe Angebot zudem nur wenig und unregelmäßig genutzt. Um die Mitarbeitenden und die Unternehmen zu schützen wurde nun der schnelle Umzug ins heimische Büro gewagt. Dies stellt viele Unternehmen vor neue, zusätzliche Herausforderungen. 

Führung

Wenn es für Sie als Team Neuland ist, jeder für sich räumlich getrennt zu arbeiten. Benennen Sie es auch so und relativieren Sie die Erwartungshaltung. Es kann nicht alles sofort funktionieren. Um sich im Umgang sicherer zu fühlen wird in der ersten Zeit das Kommunikationsbedürfnis größer sein, da wir die nun reduzierten  körperlichen Signale auszugleichen. Dies verändert sich mit der Routine und sich entwickelnden zusätzlichen Kommunikationsregeln des Teams.

Reflektieren Sie als Führungskraft ihr Kontrollbedürfnis und den daraus resultierenden Ängsten. Wie viel Kontrolle braucht es wirklich? Vertrauen ist hier ein wesentlicher Baustein.

Vereinbaren Sie tägliche Teammeetings zum Start in den Tag. Dieser Termin ist wichtig um zu hören, wie es jedem geht, was ansteht, welche Sorgen oder Hürden da sind und welche Ideen und Unterstützung zur Lösung in der Gruppe sind. So bleiben alle auf dem Laufenden und – noch wichtiger – das Team verliert sich nicht aus den Augen. Vereinbaren Sie feste Ziele. Ziehen Sie diese Besprechungen nicht unnötig in die Länge.

Hören Sie Ihren Mitarbeitenden gut zu. Es ist wichtig Befindlichkeiten frühzeitig wahrzunehmen und gegebenenfalls zu bearbeiten. Signalisieren Sie Ihre Ansprechbarkeit deutlich.

Achten Sie auf sich. Was macht diese neue Situation mit Ihnen? Gehen Sie mit sich und anderen fürsorglich um und akzeptieren Sie, dass die Anpassung auf die neuen Begebenheiten Zeit braucht.

Kommunikation

Kommunizieren Sie offen und transparent. Noch mehr als sonst. Denn wir Menschen sind soziale und vor allem visuelle Wesen. Über unser Auge können wir leichter erkennen, wie das Gesagte gemeint und die die Gefühlslage des anderen ist. Es bedarf einer gewissen Umgewöhnung, um diese Einschränkung eines Kommunikationskanals auszugleichen. So braucht es anfänglich eher eine rege Kommunikation, diese wird sich aber mit einer zurückgewonnen Sicherheit und Souveränität in den Beziehungen entspannen. Neben der Fähigkeit sich einfach und präzise auszudrücken, braucht es auch das aktive Zuhören. Dies gleicht die Vorstellungen und Erwartungen der Teammitglieder ab und beugt somit möglichen Konflikten, die aus unterschiedlichen Erwartungshaltungen und Missverständnissen begründet sin vor.

Konflikte

Zwischen Eltern und Kindern sind sie an der Tagesordnung. Mit dem Chef oder Kollegen lassen sie den Arbeitsalltag zur Qual werden. Zwischen Abteilung und Organisation erzeugen sie Reibung und verhindern positive Ergebnisse und Umsatz. Sie müssen akzeptieren, Konflikte sind zentraler Bestandteil unserer Lebenswelt. Zugleich bleiben sie seltsam nebulös. Sie verschwinden nicht bei Missachtung, sie verhindern die Umsetzung noch so sinnvoller Prozesse und sie hinterlassen bei allen Beteiligten ein ungutes Gefühl. 

Was können Sie in der jetzigen Situation tun? 

Oftmals entstehen Konflikte aus nicht erfüllten Erwartungen heraus. Es wurden Vermutungen angestellt und nicht mit denen der anderen abgeglichen. Erfragen Sie offen die Erwartungshaltung der einzelnen Teammitglieder, auf welche Lebensumstände trift das neue Arbeitsumfeld und welches Mass an Rücksicht erwarten die Beteiligten von Ihnen und dem Unternehmen? Sprechen Sie die Möglichkeiten und Grenzen und Ihre eigene Erwartungshaltung in der Zusammenarbeit klar und deutlich aus. Gehen Sie mit Widerständen souverän um. Sie sind bei Veränderung zu erwarten und somit normal. Konflikte und Störungen nicht unter den Teppich kehren. Kommunizieren Sie zielgerichtet und klar. Machen Sie sich deutlich, worum es bei diesem Konflikt wirklich gehen könnte und wer involviert ist? Sind Sie vielleicht persönlich betroffen? Nicht alle Konflikte lassen sich mit der aktuellen Situation erklären. Bei der Konfliktbearbeitung gelten ähnliche Regeln wie in der direkten Zusammenarbeit vor Ort.